Teufelsbadteich

Die Hochebene – und ihre sagenhaften Plätze

Der Teufelsbadteich

Von Ralph Arndt

Die Sage des Teufelsbadteichs besagt, dass vor Zeiten zwei Riesen an der Weser lebten, von denen der eine ein Müller und der andere Bäcker war. Der Müller wohnte im Hünengrunde unweit von Polle. Der Bäcker, Otto vom Stein, lebte in der Nähe des Ortes Ottenstein. Sie waren freundschaftlich verbunden und hatten eine Vereinbarung getroffen, wonach der Bäcker beim Müller umsonst mahlen und der Müller beim Bäcker kostenlos backen durfte. Für den im Hünengrunde wohnenden Müller war das Kratzen des Bäckers mit dem Troghaken das Zeichen, dass der Nachbar den Ofen geheizt und er seinen Brotteig bringen durfte.

Eines Tages wollte der Müller wieder backen und wartete auf das verabredete Zeichen. Doch der Bäcker hatte sich just zum Baden in das Wasser des Teufelsbades begeben. Das Abreiben seines Körpers verursachte ein ähnliches Geräusch wie der Troghaken und so begab sich der Hüne auf den Weg zum Bäcker. Doch in der Backstube angekommen fand er der Ofen kalt und der Bäcker war nicht zugegen. Wutentbrannt stapfte der Müller zum Teufelsbad, schalt den untreuen Nachbarn, kündigte den Vertrag und versagte dem Bäcker fortan seine Mühle. Das brachte den Bäcker in große Verlegenheit, und er rief den Teufel um Hilfe an. Der erschien und war bereit, dem Hünen in seiner Not beizustehn. Er rammte seine Lanze mit brachialer Gewalt so tief in den Teich, dass die Spitze an den Klippen des linken Weserufers wieder hervordrang und sogleich ein starker Wasserstrom der Lanze folgte. Dort erbaute Otto vom Stein eine Mühle und war aller Sorgen enthoben. Die Mühle an der Weser heißt seither Stein- oder auch Teufelsmühle.

Der am Ortsrand von Ottenstein gelegene Teufelsbadteich hat sich bis heute seinen „teuflischen“ Charme erhalten, auch wenn das Wasser zur Zeit von vielen Algen überwuchert ist. Da auch das Areal um das „Teufelsbad“ einiger Pflege bedarf, werden die am Teich bereitstehenden Bänke momentan eher selten benutzt. Doch Ottensteins Bürgermeister Manfred Weiner sinnt bereits seit einiger Zeit auf Abhilfe. „Der Teufelsbadteich wird wieder renaturiert und soll in das Tourismuskonzept des Ortes eingebunden werden“, verspricht er. „Die Pläne dazu habe ich schon in der Schublade und das Projekt wurde mit in die Allgemeine Entwicklungsplanung der Ottensteiner Hochebene (AEP) integriert“. Eine Studentengruppe habe als Abschlussarbeit einen interessanten Plan zur Renaturierung aufgestellt. So sollen in der Mitte des Teiches ein großer Stein mit einem Speer aufgestellt, das Ufer mit Schilf und anderen Gewächsen bepflanzt und ringsum ein Steg gebaut werden.

 

Hintergrund

Teufelsbadteich