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Die Deutsche Märchenstraße

Wo die Sagen und Märchen an der Straße liegen

Von Dorothee Balzereit

Menschen lieben Geschichten. Einen besonderen Reiz üben die geheimnisvollen Erzählungen unserer frühen Tage aus, die auch wir unseren Kindern weitererzählen. Was könnte also schöner sein, als die Kulissen der Kindheit aufzusuchen? Die Deutsche Märchenstraße macht es möglich. Seit Gründung der „Arbeitsgemeinschaft Deutsche Märchenstraße“ in 1975 hat sich die Route zu einer der bekanntesten deutschen Ferienrouten entwickelt. Dem Verein gehören inzwischen mehr als 50 Orte an.

Die Märchenstraße ist wie ein uraltes Buch, das uns lockt, einzutauchen in die Welt der Sagen- und Märchengestalten der Brüder Grimm. Von Hanau bis Bremen tummeln sich Prinzessinnen und Könige, sprechende Tiere, weise alte Frauen, Feen und Zwerge.

Wohl wissend, dass die Brüder Grimm ihren Märchengestalten keinen Ort, keine Heimat, zuwiesen, fällt es dennoch nicht schwer, sich vorzustellen, dass Dornröschen im rosenumrankten Schloss Sababurg schläft, dass im Rotkäppchenland der Wolf in einer Hütte im Wald wartet und dass die weise Frau Holle auf dem Hohen Meissner die silbrigen Fäden des Schicksals spinnt. Frau Holle – vielleicht das Märchen mit dem größten mythologischen Anteil, bildet das Bindeglied zwischen den Sagen und Märchen der Brüder Grimm. Der magischste Ort auf dem Hohen Meißner in Nordhessen ist wahrscheinlich der Teich nahe dem Aussichtspunkt Schwalbenthal, der als Eingang in ihr unterirdisches Reich gilt.

Sababurg hoch fn

Den großen Rahmen für Märchenstraße bilden fünf prägnante Lebensstationen der Brüder Grimm. Da wäre die Geburtsstadt Hanau, die den Beginn der Deutschen Märchenstraße markiert. Das Jugendparadies versinnbildlicht Steinau. Wer das Haus der Brüder Grimm und das Schloss besucht oder die historische Altstadt durchstreift, kann nachspüren, wie Jacob, Wilhelm und ihre Geschwister gelebt haben. In Marburg, der Wiege der Deutschen Romantik, verbringen die Brüder ihre Studienzeit, in Kassel tragen sie ihre Märchen zusammen und feiern erste wissenschaftliche Erfolge. In Göttingen schließlich wirken sie als Professoren.

 Eine der bekanntesten Stationen an der Deutschen Märchenstraße ist sicherlich Hameln mit seinem weltberühmten Rattenfänger. Derzeit ist Hameln „Sagenhauptstadt“. Anlass ist das Jubiläum „200 Jahre Deutsche Sagen der Brüder Grimm“, das von  2016 bis 2018 entlang der ganzen Route gefeiert wird.  Weitere  sagenhafte Gestalten links und rechts der Weser sind unter anderem Doktor Eisenbart in Hann. Münden, der Baron von Münchhausen in Bodenwerder, der Baxmann in Hessisch Oldendorf oder die Stadtmusikanten in Bremen. In Bad Oeynhausen lädt das Märchen- und Sagenmuseum zu einem Besuch ein.

 Natürlich gibt es noch jede Menge andere Volkspoesie in den Orten entlang der Märchenstraße zu entdecken. Für jeden der über 50 Mitgliedsorte ist jeweils eine mindestens eine Sage überliefert. Eine Geschichte also, die genauso nur an diesem Ort wiederentdeckt und inszeniert werden kann. Eingebettet sind sie in eine wunderschöne Kultur- und Naturlandschaft zwischen Edersee und Eichsfeld, zwischen Main und Meer. Viel Raum um entlang der 600 Kilometer langen Route in die Welt der Sagen und Märchen einzutreten, zu träumen und zu genießen.

 https://www.deutsche-maerchenstrasse.com/