Der Rattenfänger

Die Schlacht bei Sedemünder

Eine weitere Theorie zur Rattenfängersage

Eine weitere Theorie zur Rattenfängersage, die zeitweilig viel Aufmerksamkeit genoss, stammt vom Hamelner Garnisonsprediger F. C. Fein, der die Fabel in die Nähe der Sedemünder Schlacht rückt. Fein hatte 1749 eine Schrift mit dem Namen „Die entlarvte Fabel vom Ausgange der Hamelschen Kinder“ herausgegeben und darin errechnet, dass nicht 1284 das Entstehungsjahr der Sage ist, sondern 1259. Grundlage waren Angaben auf einem Torstein, der noch heute im Museum zu sehen ist.


Dass die Schlacht erst ein Jahr später stattfand, am 28. Juli 1260, störte ihn dabei nicht weiter. 200 Jahre lang hatte sie sich als nahenliegenste Deutung etabliert. Selbst als die Sage wieder unverrückbar auf 1284 datiert wurde, hielt sich die Deutung. Vielleicht, weil die Schlacht eine überzeugende Grundlage für die Trauer bildete.
Bei der Sedemünder Schlacht lehnten sich die Hameln unter der Führung des Grafen Everstein gegen die Herrschaft des Mindener Bischofs auf, an den die für eine gute Summe vom Bischof für Fulda verkauft worden waren. Der hatte befürchtet, die Kontrolle über Stadt und Stift zu verlieren, die sich gerne unabhängiger entwickelt hätten. Die Schlacht ging für die Hamelner schlimm aus, 300 Jahre lang, bis zur Reformation, wurde im Hamelner Münster deshalb eine Totengedächtnismesse, eine Seelenmesse, abgehalten. doro